41
bald, als die erste Herrlichkeit vorüber war, meldete sich das böse Gewissen, sie konnten nicht mehr schlafen, und wenn sie schliefen, wurden sie von fürchterlichen Träumen gemartert; bei Tage aber und bei Nacht hatten sie eine unaufhörliche Furcht, daß Eins das Andere mochte ermorden lassen, damit das Geheimniß nicht auskäme. — Das Volk glaubte nämlich, der alte König sei am Schlagfluß gestorben.
In dieser Angst entschloß sich die Königin, um nur vor ihrem Mitschuldigen sicher zu sein, ein neues Verbrechen zu begehen, und ging hinaus in einen Wald, nicht fern von der Stadt, wo ein Waldweib hausete, und bat sie um ihren Rath.
Das Waldweib führte die Königin in ihre Höhle, schlug in mehren Zauberbüchern nach, und sagte endlich, daß sie der Königin nur helfen könne, wenn sie sich ensschlösse, den Himmel abzuschwören, und selbst eine Zauberin zu werden. Die Königin willigte ein, unterschrieb sich mit ihrem Blute, und warf einen feuerfarbenen Schleier über das Haupt, welchen sie nie mehr abthun durfte. So kehrte sie nach der Stadt zurück.

