112

zu deinem Vater, Gretchen! und bringe mein Anliegen in Gottes Namen vor."

Und er that, wie er gesagt hatte. Hans Christoph aber spie Feuer und Flammen, und schrie:Was? heirathen will der Gelbschnabel, der Habenichts! heirathen will er meine Gre- the? Doch ja! warum nicht, das Mädel hat Geld, das kann so ein studirtes Herrchen brau­chen, nicht? Schulden bezahlen! nicht? neue machen, falsch spielen herrlich und in Freu­den leben, endlich Weib und Kind in Noth und Elend verlassen nicht? hinweg, Men- schengesicht! und wagst Du jes wieder, meine Schwelle zu betreten, so hetz' ich Dich mit Hun­den vom Hofe!" und somit nahm er den unglücklichen Freiersmann beim Kragen und warf ihn aus dem Hause. Der arme Wilhelm war übel dran! sein gerader Weg war gänzlich fehl geschlagen, und der Trost mit den Hunden für die Zukunft war eben nicht erbaulich! Was aber das Allerschlimmsie war: er konnte sein Gretchen nicht mehr zu sehen bekommen und ihr sein Leiden klagen; denn der böse Va­ter hatte sie in ihr Kämmerchen eingeschlossen, die Thüre mit sieben Riegeln wohl versehen.