36
sellschaft durch den Amtmann des Orts Hainau, dem Gattin, Sohn und Tochter folgten,, vermehrt. Die Bekanntschaft mit letzterer zu knüpfen, gc- lang uns nur schwer, denn die zwölfjährige Sophie, ein äußerst stilles Mädchen, beantwortete unsere Anreden, kurz und einsilbig. Die Schuld ihrer Schüchternheit, mochte jedoch der Batcr tragen; denn er zeigte sich als wahren Haustyrannen, überhaupt machte er einen ungünstigen Eindruck auf mich, da er wenig Bildung zu besitzen schien. Seine seichte Unterhaltung, die Rechthaberei, womit er jede Ansicht der andern Herrn bestritt, und besonders die plumpen Scherze, welche uns die Schamröthe auf die Wangen trieben, und womit er vorzüglich die muntere Agnes quälte, bewiesen hinlänglich diese Behauptung, welche indessen die Erzählung folgender Begebenheit noch mehr bestättigen wird. Nach dem Genuß des erwärmenden Kaffes, öffnete Mina den Flügel und bat, daß wir eine Probe unserer musikalischen Kenntnisse geben möchten. Wir zögerten; — um uns zu ermuthigen, ging Agnes mit gutem Beispiel voran, indem sie unter Begleitung ihrer Schwester, welche die Guitarre ergriffen hatte, ein hübsches Lied spielte und sang. Noch war dieses nicht beendigt, alö Amtmann Hainau, letztgenanntes Instrument aus Minas Hand nahm, und es seiner Tochter rei-

