zu seinem Haus. Dort waren nach damaliger Sitte schon viele Leute versammelt, um die trau- ernden Verwandten zu trösten, und nur der ernste Befehl Jesu konnte die tobende Menge zum Weichen bringen. — Was wollt ihr denn? so sprach er zu den Leichenweibern, die eben den Klaggesang anstimmten, was wollt ihr? das Kind ist nicht todt, es schläft nur- Die Ungläubigen spotteten über diese Worte; allein Christus ging, nur von einigen seiner Jünger und den Eltern des Mächens begleitet, in das Gemach, wo dasselbe, gleich einer geknickten Rosenknospe, auf dem Bette hingestreckt lag. Der sanfte Kinderfreund ergriff die kalte Hand, und indem er mit weicher Stimme ihren Namen rief, siehe da erbob sich die Todtgeglaubte in blühender Jugend- frische, und mit unnennbarem Entzücken umfaßte Vater und Mutter den ihnen wiedergcschenkten Liebling. Bald darauf beglückte der Herr ein zweites Mutterherz, indem er ihr den schon verloren geglaubten einzigen Sohn aus dem Sarge in die Arme führte; dies trug sich zu Naiu, einem jüdischen Flecken zu. «Doch wie wäre es, unterbrach hier der Pastor seine Rede, «wie wäre es Luischcn, wenn du die rührende Dichtung, welche die erwähnte Begebenheit schildert, und die du auswendig gelernt hast, uns vortrügst! — Das Töchtercheu gehorchte und damit meine lieben
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