als wir versprachen bald und unversehrt, die uns anvcrtraule Kleidung ihr, zurückzubringen, bat sie uns dieselbe zum Andenken an sie und an unser Abenthener zn behalten; «ich freue mich» sagte sie zu Emma, «ihren würdigen Va­ter meine dankbare Anhänglichkeit emigermaaßen beweisen zu können; seinen Predigten, seinen sanftem Troste verdanke ich es, daß ich meine Leiden als Christin entragen konnte, und täglich bitte ich Gott um Seegen für den frommen Seelsorger.»

In Rodau erreichten wir unsere Absicht, nicht sogleich erkannt zu werden vollkommen, und zu manchem Scherze gab unsere Verkleidung Ver- anlaßung. Letzterer bedienten wir uns auch den nächsten Tag, als wir nach einem andern Gute des Baron Sternhcims, dessen Verwaltung auch dem Amtmann übertragen war, fuhren.

Während meines Aufenthaltes in Kirchheim besuchte ich häufig die gutmüthige Wirthin von Heinbach, und heute noch gedenke ich innig theil- nehmend ihrer; so wie überhaupt die Wiederho­lung aller der Ereignisse und Erfahrungen, die damals mich berührten, mich lebhaft in jene glückliche Zeit versetzte, und die Gefühle inniger Dankbarkeit gegen Gott und gegen die guten

425