24
leidenschaftlicher Blumenfreund, und reden Kreuzer, den er erhalten konnte, verwandte er zum Anlauf von Samen und Pflanzen, welche er dann im elterlichen Hausgärtchen einsenkte, und mit vieler Liebe pflegte. Der Vater, ein arbeitsamer Landmann, in einem der-Stadt nahe gelegenen Dorfe lebend, begünstigte diese brodlose, zeitraubende Liebhaberei nicht, und schmälte, wenn die nachsichtigere Mutter bisweilen ein Scharflein dem Sohne opferte. Auf diese Weise waren also dem kleinen Natursohne Florens Kinder nur sparsam zugetheilt, und sehnsüchtig blickte er oft durch das eiserne Gitterthor, welches erwähnten Garten von der Straße trennte, nach den kostbaren Blumen, welche dort in Töpfen und auf den Beeten prangten. Voll inniger Lust wandelte nun Konrad unter jenen Schätzen durch die mit Kies bestreuten Gänge, und bewunderte hier eine kupferfarbene Levkoje, dort einen üppich blühenden Rosenstrauch, weiter hin die seltensten Nelken von
verschiedenen Farben, duftende Reseden, bunte Ranunkeln und Skabiosen, wohlriechende Lilien und noch viele andere theils bekannte, theils fremde Gewächse. In das Anschauen vertieft schritt er sinnend weiter und gelangte bald in den Hintern Theil des Gartens, wo zwischen Stauden und hohem Buschwerk verschlungene Pfade zu

