gäbe, welche ihr die Mutter zur Förderung ihres Strickstrumpfes gab, zu lösen; kaum blieb ihr am Abende ein Vicrtelstündchen zu willkührlicher Benützung übrig.
Aber wie kommt dies? werdet ihr fragen.
Folgt mir nur im Geiste in Mariannens Gartenlaube, dort sitzt die Trage in der nachlässigsten Stellung; der Strickzeug ruht in ihrer Hand, die Stricknadel dient zum Zahnstocher, und die Augen starren auf den Boden, auf welchen sie mit den Füßen Figuren zeichnet. So konnte sie Viertelstunden lang sitzen, und weckte auch der Mutter ernster Ruf sie aus ihren Traumen, so versank sie bald wieder in dieselben, oder wenigstens in eine ähnliche ungeziemende Lage. Die Ermahnungen und körperlichen Züchtigungen fruchteten so wenig, als die mannigfaltigen Entbehrungen, welche ihre Faulheit ihr zuzog; erst nach langer Zeit besiegte ihr gutes Her; diesen Fehler.
Mariannens Vater, der als Arzt in einem Landstädtchen lebte, wurde einst zu einem auswärtigen Kranken geholt. Da es gerade ein schöner Wintertag war, so beschloß Herr Müller in Begleitnng seiner Familie die kleine Reise im Schlitten zu unternehmen. Rasch flogen die Pferde über die spiegelhelle Fläche; aber so sehr auch
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