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Manche meiner Leserinen würden viclleichr doch die Un­vorsichtige tüchtig ausgescholten und ihr lange gezürnt haben. Nicht so die menschenfreundliche Edmunde. Selbst tief betrübt, suchte sie noch das weinende Dienst­mädchen zu beruhigen, und sicherte ihr Verzeihung des Fehlers zu; ja sie wurde sogar ihre Fürsprecherin bei der Mutter, welche die Kunigunde zum Schadenersatz verurthcilre.Beßres Mütterchen!" sprach die milde Tochter,ach vergib der Reuigen ihre Schuld; wie sollte sie bei ihrer Armuth das Geld auftreibe», das ein so theurer Topf kosten wird? vielleicht gedeiht die Pflanze, die ich sogleich in frische Erde versetzen will, doch wie­der, und erblüht in dem geringern Gefäß eben so schön als vorher in dem kostbarern." Als indessen auch diese Hoffnung sich nicht erfüllt hatte, und das zarte Gewächs, das beim Sturz zu sehr an der Wurzel beschädigt wor­den war, dahin welkte, blieb das gute Kind dennoch freundlich gegen die Dienerin, die dafür die dankbarste Liebe ihrer jungen Gebiererin weihte, und Tag und Nacht sann, wie sie ihr dieselbe durch die That beweisen könne. Eine Gelegenheit zeigte sich bald; Kunigundeus Bruder, der nebst seinen Eltern in einem mehrere Stunden von der Stadt entfernte» Dorfe wohnte, hatte vor einigen