die Zeit vertrieb, ti'rtt auf einmal ein ländlich gekleidetes Mädchen in den Kreis. Ihre Hand hielt einen grün- lakirten, schiffartig geformten Käfich, in dessen Jnnerm ein wunderhübscher Kanarienvogel auf vergoldeten Stäben umherhüpfte. „Ist es etwa einem der Fräuleins gefällig, meinen Pipi zu kaufen?" fragte die Kleine mit freind- artigem Tone. Jda schaute bittend die Mutter air, und diese erwiederte: „Wenn dein Reichthum zur Bezahlung des Vogels langt, magst du ihn haben." Erfreut und eilig holte die Tochter den Geldbeutel, aber langsam und beschämt zog sie ihn alsbald zurück, denn der gelbe Fremdling sollte einen Thaler kosten, und kaum halb so viel enthielt dir Börse.
Abermals in ihren Erwartungen betrogen, konnte Jda kaum die sich hervordrängenden Zähren unterdrücken, doch sie wurden zu Freudenthränen ; denn zu gleicher Zeit warf das Bauernmädchcn die Derkappnng herab, und jene erkannte in ihr ihre seit ein paar Monaten abwesend gewesene Schwester Friederike, die eben erst angelangt war, und ihr nmr mit einem herzlichen Kuß den niedlichen Pipi als Geschenk überreichte. Alle Gespieltiren bezeigten ihre freudige Theilnahme an dem neuen Gesellschafter, und die Mutter sprach, die überraschte Tochter
1'28

