Gefürchtete, und bitter bereute es oft ersterer, den Eltern nicht sogleich sein Vergehen mitgetheilt zu haben; je länger er aber damit säumte, desto mehr zitterte er vorder väterlichen Strenge, und der ersten unrechtmäßigen Handlung folgten noch schlimmere.
Einst theilte der gutmüthige Franz erfreut einigen seiner Bekannten mit, daß seine Mutter im jetzigen Herbst viele Pflaumen gedorrt und reichen Verrath davon habe; Herrman» hörte es, er nahm den Erzähler bei Seite, und raunte ihm ins Ohr: „Höre, daß ich da auch ineinen Antheil bekomme, ich rathe dirs!" „Wenn dir aber die Mutter keine geben will," erwiederte Franz verlegen, wie dann?" — „O du Pinsel!" unterbrach ihn der andere, „geben? — nehmen mußt du welche, eine Schachtel voll einfüllen, das Loch wieder verdecke», und es überhaupt klug anfangen, daß niemand etwas davon merkt." „Stehlen soll ich? o Gott! nein, das kann ich nicht," rief jener in höchster Angst. Die Drohungen, die Zudringlichkeit des Verführers vermochten ihn jedoch endlich noch zur Erfüllung der ungeziemenden Forderung, und Franzen blieb die Strafe des bösen Gewissens, das immer starker seine Rechte geltend machte, je mehr er den schlimmen Zumuthungen Folge leistete. Als aber
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