habt wohl alle schon, meine kleinen Leser, schöne Gemälde und Kupferstiche gesehen, auf denen eine merkwürdige Handlung, oder große berühmte Menschen, oder wohl gar himmlische Erscheinungen abgebildet waren, und es ist euch dabei so umS Herz gewesen, als müßten die Gestalten einst wirk­lich gerade so ausgesehen haben, wie sie vor euch abgezeichnet standen. Das mag euch denn immer als ei» Zeichen gelten, daß der Berfertiger des Bil­des ein tüchtiger Meister gewesen sey, weil er sich recht lebendig in seine Personen hineingedacht und sie völlig wahr dargestellt hatte.

Wenn ihr nun aber auf der andern Eeite daran dachtet, daß der Künstler sie niemals selbst gesehen haben konnte» weil zwischen seinem und ihrem Le­hen Jahrhunderte und Zahrtauscndr, oder wohl gar eine ganze Welt lagen; so habt ihr gewiß mitten in eurer Bewunderung wehmüthig ausgerufen: Ach! wie jammerschade ist eS doch, daß diese schö­nen edlen Zuge niemals gelebt haben, sondern nur vom Ktinstler erdacht worden find, und daß wir

} /oichiN-ti'?! ft'hifr il NoÄHim'MmH'