73
nassen Augen trat er nun an sein Schrankchcn, und streichelte dein guten Florentinchen die Wangen. — „Ach!" sagte diese, „deine Nüsse hat er dir auch alle hier weggenommen und aufgegessen, und deinen schönen Nußknacker dabei zerbrochen und die Stük- kcn ins Küchenfeucr geworfen." Das brachte Ern- sten sehr auf. Er ballte die Fäuste und wollte hinaus, um Fritzen aufzusuchen; allein Florentinchen hielt ihn bittend zurück, und da er ihr nichts abschlagen konnte, so blieb er endlich, und beide Kinder räumten unter heißen Thränen das Schränk- chcn wieder auf.
Des andern Tages verreiste der Vater auf mehrere Wochen. Er hielt vorher noch mit der Tante eine lange geheime Unterredung, und untersagte ihr ernstlich, den Knaben allein in den Brand nach Erdbeeren zu schicken. Kaum aber war er mit Anbruch des Tages abgefahren, als Tante Eva auch schon vor Ernstens Bette stand, ihn mit harten Worten aufstehen hieß, und ihm befahl: sofort in den Brand zu gehen, und indem sie ihm einen weit größer» Topf als den gestrigen mit gab, nicht eher wieder zu kommen, als bis er diesen Topf ganz voll gelesen und so die gestern verschenkten Erdbeeren ersetzt haben würde; alsdann solle er auch erst das Frühstück bekommen! — Ernst ging traurig fort, und setzte sich, als er in dem Brande ankam, an eine» schartigen Ort und weinte bitterlich, denn

