scheinung ein wahrer Trost. Bald auch hörte sie nun Wielibalds Stimme ganz in der Nähe rufen, und nach einigen Minuten stand sie auf einem ho­hen, schroffen Felsftücke und erblickte unter sich, vom Monde beleuchtet, ihren Sohn weinend neben dem kleinen Karl knien, der am Kopfe blutend, bleich und todt vor ihm auf der Erde lag. Da zog sie's mit Gewalt hinunter, lind, ohne sich zu besinnen, sprang sie den hohen Felsen zu den Kin­der» hinab.-Aber unten war der Grund

auch felsig, und sie stürzte dergestalt zu Boden, daß der kranke Fuß morsch entzweibrach, und aus der Stirn, die gegen einen Stein schlug, das helle Blut quoll.

Ohnmächtig sank sie hin. Wielibald warf sich schreiend über die halbtodte Mutter, und Gneis­lein leckte ihr winselnd das Blut von der Wunde. Als sie endlich wieder zu sich kam und fühlte, daß sie nicht mehr^aufstehen könne, lehnte sie sich müh­sam mit dem Rücken an ein Felsstück, und indeß Wielibald erzählte, daß sie sich eigentlich nicht ver­irrt hätten, denn der Weg gehe hier dicht vorbei, daß sie aber jenen Felsen, von,,, welchem die Mut­ter eben herabgesprungen, aüH-^hätten erklimmen wollen, und daß Karl von dort heruntergestürzt und todt geblieben sei, er ihn aber nicht habe ver­lassen wollen, da zog die Mutter den leblosen, neben ihr liegenden Karl zu sich, legte ihn über den zer-

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