Vorwort
„Es giebt keine größere U)ol)lfl)at für gottliebende Seele«, als sich mit Gleichempfindenden in der Liebe, dem Dank und der Freude i» Gert jit vereinen. Haben wir einmal aus diesem Becher getrunken, so werde» wir immer wieder nach ihm langen! Sei es die reichste Tafel irdischer Genüsse, die uns geboten wird: fehlt er, so werden wir traurig und heimlich darbend vor derselben stehn, und wer die Sprache der Seele kennt, wird in unserem Auge lesen, daß ihr das erste und schönste Element zur Freude gebricht."
So schrieb einst die fromme Agnes Franz, deren heiteres Innere ihre fast immer freundlichen Zuge abspiegelten, in ihr Tagebuch, und im Sinne dieser bezeichnende» Ivorte sei die junge Mädchenwelt an eine Tafel geladen, welche in silbernen Schalen goldene Früchte aus dem reiche» Seelenschaye der Verklärten und vor Allem jenen mit dem Tränke des Lebens gefüllten Becher bietet.
Es war der sinnigen Dichterin nicht vergönnt, ihren gleich- empfindenden jungen Freundinnen diese Tafel selbst zu rüsten; sie hatte nur mit ihrem Verleger sich darüber noch verständigen können, wie sie Alles am liebsten bestellt wünsche.
„Mit Freuden", schrieb sie an diesen unter dem 2. Februar 1813, „widme ich fortan Ihrem Plane der Bearbeitung eines Buches für Mädchen meine Mußestunden. Möchten nur die äußeren Umstände dem Streben: aus der Fülle meiner Seele z»

