„So muß ich denn sterben im einsamen Grunde!" So ruft er, und sinket erschöpfet zurück.
Und sieh, ein holder Traum gewähret Ihm Trost »ach kurzem Schmerz.
Ein Jüngling naht, von Licht verkläret,
Und nimmt ihn sanft aus Herz;
Reicht ihm die Hand mit milden Blicken, Spricht: „Halte Dich an mich!
„Bist durstend Du? — Ich kann erquicken! „Verirrt? — Ich leite Dich!"
„Du wärest so nah' mir und bast mich nicht funden, „Du hast mich gesehen und doch nicht erkannt!
„Jetzt hab' ich im Schlas Deine Augen entbunden: „Sich vor Dir den Freund, Dir zum Retter gesandt! „Und irrst Du einst wieder in Nacht und Gefahren, „Vergiß nicht, was scheidend mein Mund Dir vertraut: „Ich will Dich erretten, ich will Dich bewahren!".... — Da entführte ein Lufthauch den lieblichen Laut.
Und von dem jungen Tag geblendet,
Springt rasch der Knabe auf!
„Wo ist der Freund, der mir gesendet?"
So fragt er bang hinauf.
2-8 ver Freund von Dbea.
Und weiter und weiter durch Dornen und Hecken Irrt weinend der Knabe in stürmischer Nacht.... Vergebens! Nicht kann er ein Obdach entdecken.
Kein Stcrnlcin ihn leitend am Himmel erwacht! Schon perlet das Blut ihm aus schmerzender Wunde, Wie Schatten der Ohnmacht vcrhüllt's ihm den Blick:

