S Friede sei mit Euch!
unschuldige Blut der heiligsten Liebe trank! — Siehe, ich habe der Zeit nachgedacht, wo die Gottheit auf Erden wandelte in menschlicher Gestalt, jener Zeit des unendlichen Segens, wo das Ewige sich kund gab dem irdischen Blicke. — Tief anbetend versank da mein Geist in die Große des Opfers, dessen Gedächtniß wir hcnt erneuen in der Erinnerung der göttlichen That, die kein menschlicher Verstand zu ergründen und auszudenkcn vermag, — und ich weinte selige Thränen!""
Die Mutter drückte stumm ihr frommes Kind ans Herz, und Margarethe fuhr fort: „„Laß uns, liebe Mutter, noch länger hier verweilen! Mein Geist ist voll Wehmuth und Sehnsucht, und hier oben ist es, als wäre ich dem Himmel näher, wo der Göttliche wohnt, der uns so unendlich geliebt hat!""
Und sie setzten sich nebeneinander und sahen schweigend in die Gegend hinaus. Dichter und dichter ballten sich die Wolken zusammen, und eine schwüle Gewitterluft bewegte die Spitzen der blattlosen Bäume.
„Welch' düstere Stille!" begann jetzt Margarethe. — „ So mag der Himmel getrauert haben, als sie den Unschuldigen hinausführten auf die Höhen von Golgatha."
Immer schwärzer wurde der Horizont: endlich zerriß die

