58 3n irr Hütte der Ärmath.

auf die glücklichen Kinder gerichteten, wehmüthigen Blicke, den Engeln der Geduld, oder den Genien der Eintracht, die ein schweres Geschick in engem Verein leichter ertragen. Ich konnte nicht unihin, mich den Knaben zu nähern.

Sie grüßten, als sie mich sahen, ließen sich aber in ihrer Betrachtung nicht stören.

Wollt Ihr nicht Eure Bürde ein wenig ablegen, und mit den Fröhlichen fröhlich sein?" fragte ich. Der Acltcre schüttelte den Kopf und blickte traurig zur Erde.Bringt Ihr Euren Eltern das Holz?" fragte ich weiter.Wir haben nur eine Mutter,"" cntgcznctc der Jüngere,und die ist krank!"" Beide standen, wie von diesen Worten ge­mahnt, eilig auf. Eben wollten sie den Hügel verlassen, als meine Kleinen, aufmerksam gemacht durch unser Gespräch, her­bei kamen, und nun ebenfalls nicht ohne Staunen die hübschen Kinder und ihre Kronen betrachteten. Fritz trug sein Butter­brot herbei, jene zu beschenken; Alle drängten sich um sie her, sie vermochten kaum Aller Fragen zu genügen. Ich bat end­lich, die Schwerbeladenen nicht länger aufzuhalten, und machte meinen Zöglingen zur Entschädigung den Vorschlag, den armen Knaben in einiger Entfernung zu folge» und unsere Vorrathskörbc in ihre Hütte zu tragen. Bei jungen Herzen finden dergleichen Vorschläge stets williges Gehör. Die Vcspcrsrcndc, selbst das Drachcnspiel wurde gern geopfert, und rüstig begaben wir uns auf den Weg.

Jetzt hatten wir die Hütte erreicht, ohne von den Kna­ben weiter bemerkt worden zu sein. Ich trat durch die ge­öffnete Thür. Großer Gott, welch' ein Bild des Elends! Eine Frau, bleich und abgezehrt, auf ärmlichem Strohlager, und um sie her zwei weinende Kinder, während die älteren Knaben bereits vor dem Kamine saßen. Las verlöschende Feuer