Schneider, der gleich nach seiner Heldenthat Nadel, Schere und Bügeleisen an den Nagel gehangen, trat in den Hof des Königspalastes, legte sich alldort in das Gras und ent­schlief. Die Hofdiener, so aus- und eingingen, den Schnei­der in dem reichen Harnisch sahen und die Goldschrift lasen, verwunderten sich sehr, was doch jetzt, zu Friedenszeiten, dieser streitbare Mann an des Königs Hof thun wolle? Er däuchte sie ohne Zweifel ein großer Herr zu sein.

Des Königs Räte, so den schlafenden Schneider gleich­falls gesehen, thaten solches Sr. Majestät, ihrem aller- gnädigsten König, zu wissen, mit dem unterthänigsten Be­merken, daß, so sich kriegerischer Zwiespalt erhebe, dieser Held ein sehr nützlicher Mann werden und dem Lande gute Dienste leisten könne. Dem König gefiel diese Rede wohl, sandte alsbald nach dem geharnischten Schneider und ließ ihn fragen, ob er Dienste begehre? Der Schneider ant­wortete, eben deshalb sei er hergekommen und bäte die königliche Majestät, wo höchstdieselbe ihn zu brauchen ge­dächte, ihm allergnädigst Dienste zu verleihen. Der König sagte dem Schneiderlein Dienste zu, verordnete ihm ein stattliches Losament und Zimmer und gab ihm eine gute Besoldung, von der es, ohne etwas zu thun, herrlich und in Freuden leben konnte.

Da währete es nicht lange Zeit, so wurden die Ritter des Königs, die nur eine karge Löhnung hatten, dem guten Schneider gram und hätten gern gewollt, daß er beim Teufel wäre, fürchteten zumal, wenn sie mit ihm uneins würden, möchten sie ihm nicht sattsam Widerstand leisten, da er ihrer sieben allewege auf einen Streich totschlagen würde, sonsten hätten sie ihn gern ausgebiffen, und so sannen sie täglich und stündlich darauf, wie sie doch von dem freislichen Kriegsmann kommen möchten. Da aber