ihr Witz und Scharfsinn etwas kurz zugeschnitten war, wie ihre Röcklein, so fanden sie keine List, den Helden vom Hofe zu entfernen, und zuletzt wurden sie Rates mit­einander, alle zugleich vor den König zu treten und uni Urlaub und Entlassung zu bitten, und das thaten sie auch.

Als der gute König sahe, daß alle seine treuen Diener um eines einzigen Mannes willen ihn verlassen wollten, ward er traurig, wie nie zuvor und wünschte, daß er den Helden doch nie möge gesehen haben; scheute sich aber doch, ihn hinwegzuschicken, weil er fürchten mußte, daß er samt all seinem Volk von ihm möchte erschlagen und hernach sein Königreich von dem stracklichen Krieger möchte be­sessen werden. Da nun der König in dieser schweren Sache Rat suchte, was doch zu thun sein möge, um alles gütlich abzuthun und zum besten zu lenken, so ersann er letzlich eine List, mit welcher er vermeinte, des Kriegsmannes (den nienrand für einen Schneider schätzte) ledig zu werden und abzukommen. Er sandte zugleich nach dem Helden und sprach zu ihm, wie er (der König) wohl vernommen, daß ein gewaltigerer und stärkerer Kampfheld auf Erden nim­mer zu finden sei, denn er (der Schneider). Nun hauseten im nahen Walde zwei Riesen, die thäten ihm aus der Maßen großen Schaden mit Rauben, Morden, Sengen und Bren­nen im Lande umher, und man könne ihnen weder mit Waffen, noch sonst wie beikommen,denn sie erschlügen alles, und so er sich es nun unterfangen wolle, die Riesen um­zubringen und brächte sie wirklich um, so solle er des Königs Tochter zur ehelichen Gemahlin und das halbe Königreich zur Aussteuer erhalten, auch wolle der König ihm hundert Reiter zur Hilfe gegen die Riesen mitgeben.

Auf diese Rede des Königs ward dem Schneiderlein ganz wohl zu Mute und däuchte ihm schön, daß es sollte