»aber steh dich vor, daß du recht wählst. In einer Stunde komme ich wieder." Helmerich war nicht klüger, da sie wiederkam als da sie wegging ; übermütig aber rief er auf's Geratewohl:Die zur Rechten wähl' ich." Da warfen alle drei die Schleier zurück; in der Mitte saß die hold­selige Prinzeß, rechts und links zwei scheußliche Drachen, und der zur Rechten packte den Helmerich in seine Krallen und warf ihn durch das Fenster in den tiefen Abgrund.

Ein Jahr war verflossen seit Helmerich ausgezogen die Prinzeß zu erlösen, und noch immer war bei den Eltern kein sechsspänniger Wagen angelangt.Ach," sprach der Vater,wäre nur der ungeschickte Hans ausgezogen statt unseres besten Buben, da wäre das Unglück doch geringer." Vater," sagte Hans,laßt mich hinziehen, ich will's auch probieren." Aber der Vater wollte nicht, denn was dem Klugen mißlingt, wie führte das der Ungeschickte zu Ende'« Da der Vater ihm Roß und Wehr versagte, machte Hans sich heimlich auf und wanderte wohl drei Tage denselben Weg zu Fuß, den der Bruder an einem geritten war. Aber er fürchtete sich nicht und schlief des Nachts auf dem wei­chen Moos unter den grünen Zweigen so sanft wie unter dem Dach seiner Eltern; die Bügel des Waldes scheuten sich nicht vor ihm, sondern sangen ihn in Schlaf mit ihren besten Weisen. Als er nun an die Ameisen kam, die be­schäftigt waren ihren neuen Bau zu vollenden, störte er sie nicht, sondern wollte ihnen helfen, und die Tierchen, die an ihm hinaufkrochen, las er ab ohne sie zu töten, wenn sie ihn auch bissen. Die Enten lockte er auch an's Ufer, aber um sie mit Brosamen zu füttern; den Bienen warf er die frischen Blumen hin, die er am Wege gepflückt hatte. So kam er fröhlich an das Königsschloß und pochte bescheiden am Schalter. Gleich that die Thüre sich auf, und die Alte