dreiviertel und das Fäßchen war noch nicht halb voll. Da wollte er schier verzagen, aber auf einmal kamen schwarze Ameisen mehr als genug, und in wenigen Minuten lag kein Körnlein mehr auf der Wiese. Als die Alte kam, sagte sie: „Das ist gut!" und warf die zwölf Schlüssel in den Teich, die sollte er in einer Stunde herausholen. Aber Hans brachte keinen Schlüssel aus der Tiefe; so tief er auch tauchte, er kam nicht an den Grund. Verzweifelnd setzte er sich an's Ufer; da kamen die zwölf Entchen herangeschwom- men, jede mit einem goldenen Schlüsselchen im Schnabel, die warfen sie ins feuchte Gras. So war auch diese Probe gelöst, als die Alte wiederkam, um ihn nun in den Saal zu führen, wo die dritte und schwerste Probe seiner harrte. Verzagend sah Hans auf die drei gleichen Schleiergestalten; wer sollte ihm hier helfen? Da kam ein Bienenschwarm durchs offene Fenster geflogen, die kreisten durch den Saal und summten um den Mund der drei Verhüllten. Aber von rechts und links flogen sie schnell wieder zurück, denn die Drachen rochen nach Pech und Schwefel, wovon sie leben; dieGestalt inder Mitte umkreisten sie alleund surrten und schwirrten leise: „Die Mittle, die Mittle." Denn da duftete ihnen der Geruch ihres eigenen Honigs entgegen, den die Königstochter so gern aß. Also da die Alte wiederkam nach einer Stunde, sprach Hans ganz getrost: „Ich wähle die Mittle." Und da fuhren die bösen Drachen zum
fragte nach fernem Begehr. „Wenn ich nicht zu gering bin, möchte ich es auch versuchen die schöne Prinzeß zu erlösen," sagte er. Versuche es, mein Sohn," sagte die Alte, „aber wenn du die drei Proben nicht bestehst, kostet es dein Leben." „Wohlan, Mütterlein," sprach Hans, „sage, was ich thun soll." Jetzt gab die Alle ihm die Probe mit dem Leinsamen. Hans war nicht faul sich zu bücken, doch schon schlug es

