schlafenden Wolf den Bauch auf, da guckte ein rotes Käpp- chen heraus, und unter dem Käppchen war ein Köpfchen, und da kam das niedliche und allerliebste Rotkäppchen heraus und sagte: .Guten Morgen! Ach was war das für ein dunkles Kämmerchen da drinnen!' — Und hinter dem Rotkäppchen zappelte die alte Großmutter, die war auch noch lebendig, vielen Platz hatten sie aber nicht gehabt im Wolfsbauch, Der Wolf schlief noch immer stein- fest, und da nahmen sie Steine, gerade wie die alte Geis im Märchen von den sieben Geislein, füllten sie dem Wolf in den Bauch und nähten den Ranzen zu, hernach versteckten sie sich, und der Jäger trat hinter einen Baum, zu sehen, was der Wolf endlich anfangen werde. Jetzt wachte der Wolf auf, machte sich aus dem Bette heraus, aus dem Stäbchen, aus dem Häuschen und humpelte zum Brunnen, denn er hatte großen Durst. Unterwegs sagte er: „Ich iveiß gar nicht, ich weiß gar nicht, in meinem Bauch wackelts hin und her, hin und her, wie Wackelstein — sollte das die Großmutter und Rotkäppchen sein?" — Und wie er an den Brunnen kam und trinken wollte, da zogen ihn die Steine und er bekam das Übergewicht, fiel hinein und ertrank. So sparte der Jäger seine Kugel; er zog den Wolf aus dem Brunnen und zog ihm den Pelz ab, und alle drei, der Jäger, die Großmutter und das Rotkäppchen, tranken den Wein und aßen den Kuchen und waren seelenvergnügt, und die Großmutter wurde frisch und gesund, und Rotkäppchen ging mit ihrem leeren Körbchen nach Hanse und dachte: du willst niemals wieder vom Wege ab und in den Wald gehen, wenn es dir die Mutter verboten hat.

