4

und Bachanalien, verehrte das römische Volk seine Götter; wo hingegen bei den Griechen an die Stelle des alten kindlichen Götterglaubcns, dem das ganze Volk sich ergeben hatte, philosophische Secten getreten waren, von denen eine Unglauben und Sinnengenuß, eine andere Verachtung aller irdischen Freuden und Schmerzen pre­digte. Leider ist uns von der Geschichte und Mythologie der nordischen Völker nur das bekannt, was die Römer, die mehrfach mit ihnen in Berührung kamen, aufgezeich­net haben, oder was aus der dunklen Schrift eines Runensteines entziffert worden ist, oder was uns in den wenigen Volksliedern aus der vorchristlichen Zeit auf­bewahrt wurde. Die Schreibkunst war ein ausschließ­liches Besitzthum der Priester. Man schrieb vermittelst gradliniger Buchstaben, Runen, auf Steine, Baum­rinde und Thierfelle. Doch haben auch die Priester wenig geschrieben, da sie die Lehren der Religion, in kurze Sprüche gefaßt, mehr dem Gedächtnisse ihrer Zög­linge einzuprägen suchten. Die Schlacht- und Helden­gesänge, von denen Karl der Große eine Sammlung veranstaltete, wurden später durch die christlichen Priester theils vernichtet, theils gänzlich umgestaltet, damit jede Erinnerung an die frühere Zeit bei den kommenden Ge­schlechtern getilgt werde. Tacitus erzählt, daß die Ger­manen in damals schon alten Liedern ihren Gott Tuisko