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und hatte immer mit der Nähnadel zu thun. Bald war ein rother, bald ein blauer Faden daran, und die Life war mit einemmal verschwunden und blieb einen ganzen Tag fort; Gertrud ahnte wohl, daß sie in Großmutters Arbeitskorb versteckt war, sie sollte gewiß ein neues Kleid bekommen. Die Kinder wußten ihre Sprüche und Weihnachtsliedchen schon vierzehn Tage vorher ohne Fehler aufzusagen, das hatten sie der lieben Großmama zu danken, die sie ihnen lehrte.
Aber das war sonderbar, der Weihnachtstag rückte immer näher heran und es wurde kein Baum geholt. Im vergangenen Jahr war er lange vorher dagewesen und hatte in der verschlossenen Kammer gestanden, und die Mutter war ab und zu gegangen und hatte immer etwas unter der Schürze hineingetragen und einmal hatte sie sogar etwas Flittergold auf der Thürschwelle verloren. Dies Mal war die Kammer gar nicht verschlossen, die Mutter ging gar nicht ab und zu und niemals lag auch nur ein Krümchen Flittergold auf der Schwelle. „Wird denn dies Mal gar kein Baum angezündet?" fragten die Kinder ängstlich am Weihnachtsmorgen. — „Wird sich finden!" — antwortete die Mutter lächelnd. Ja, wie sollte sich's denn finden, wenn

