der ganz aus purpurrothem Glas bestand; nur der Boden und ein großer Tisch, der in der Mitte stand, waren von Silber. Rings um den Tisch, auf dem die köstlichste Mahlzeit angerichtet war, standen zwölf silberne Sessel, und Distelchen nahm auf das Gebot der Jungfrauen mit ihnen dort Platz. Während sie sich an den herrlichen Speisen und Früchten labte, sah und hörte sie auch ihren früheren Führer, den kleinen Geiger wieder. Er saß mitten auf dem Tisch, auf dem Deckel einer Pastete, und geigte die schönsten Weisen.

Als die Mahlzeit beendet war und Alle sich erhoben, trip­pelte der Geiger zu Distelchens Platz, gebot ihr, ihn vom Tisch herunter zu heben und sich bereit zu halten, die Reise jetzt wieder fortzusetzen. Distelchen schürzte sogleich ihr Gewand, dankte den Jungfrauen und bat ihr zu sagen, wohin sie die Spindel mit deni goldenen Flachs legen sollte. Zugleich fügte sie in sehr bescheidenem Ton die Bitte hinzu, ihr wo möglich eine leere, einfache Spindel zu geben, weil die, welche sie zurückließ, nicht ihr gehöre, sondern ihrer Base. Die Jungfrauen lachten, gaben ihr die Spindel mit dem goldenen Flachs, die sie ihnen gereicht hatte, zurück und sangen, sie sei ihr Eigenthum; denn was man im weißen Hause selbst gesponnen habe, das gehöre stets der Spinnerin.

Freudevoll bedankte Distelchen sich nochmals und folgte nun dem Geigenspieler, der durch ein zweites Rosenthor, das aber nicht wie das Eingangsthor aus rothen, sondern aus weißen Rosen bestand, die Stadt verließ. Als sie das Thor durch­schritten, fiel wieder ein Regen von Rosenblättern herab und