sie vor Allem um den Hals fiel, sie gar nicht, wegen ihrer Schönheit; als er aber ihre treuen, guten Augen sah und ihre Stimme hörte, wußte er, es sei wirklich sein Distelchen, und drückte sie voller Freuden ans Herz. Seit der Woche, die vergangen wgr, nachdem sie, wie Blümchen erzählt hatte, sich zu weit übergebogen hätte und in den Brunnen gefallen war, merkte der Vater erst, welch ein Segen für das ganze Hans das gute, bescheidene und immer fleißige Kind gewesen war. Blümchen war viel zu bequem, um für Haus und Küche zu sorgen, und so war Distelchen täglich und stündlich vermißt worden und fehlte dem Vater überall, der sich die bittersten Vorwürfe darüber gemacht hatte, daß er dem armen Mädchen immer so lieblos begegnet war. Darum war er jetzt auch ganz außer sich vor Freude. Blümchen dagegen war eben so außer sich vor Schreck und Neid, als sie sehen mußte, wie schön die verhaßte Schwester geworden war, und als es sich zeigte, daß sie durch die große Menge echten Goldes, das sie auf ihrer Spindel zurückbrachte, zu großem Reichthum gelangte. Dazu kam noch, daß Distelchen seit ihrer Rückkehr mit einer köstlichen Stimme so Wundersüße Weisen singen konnte, daß man bald im ganzen Lande von nichts Anderem sprach, als von ihr, und die Leute von weither gepilgert kamen, um sie zu hören. Um Blümchen, die sonst doch auch unter dem Namen der schöne,: Gärtnerin berühmt gewesen war, kümmerte sich jetzt kein Mensch mehr.
Das konnte das neidische Blümchen gar nicht aushalten und sann Tag und Nacht, wie sie es anfangen sollte, die
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