eitle Frosch lag auf dem Rücken und streckte voll Schrecken die langen Beine von sich; die Natter hatte zuni Glück den dicken Gesellen ganz übersehen, sonst wäre es ihm noch übler ergangen. Nach und nach erholte sich das Fröschlein und stellte sich zitternd wieder auf, um die Richtung des Bootes zu andern, das durch den Stoß ganz aus dem Kurs gekommen war. Sein stolzes Selbstbewußtsein war bedeutend gesunken und voll Sehnsucht «blickte das grüne Männlein nach dem Ufer, das immer deutlicher sich feinem Blicke zeigte.
Ohne weiteren Unfall landete der Gesandte des Storchcnkönigs und wurde hier von dem Anführer der Wildenten empfangen. Man hatte durch Seeschwalben und Möven, die über die weite Wasserfläche dahinzogen, bereits Kenntniß davon, daß ein hoher Besuch im Reiherstaate zu gewärtigen sei. König Reiher und seine Tochter empfingen den Abgesandten des Nachbarreiches mit großer Freundlichkeit, sie wußten noch nicht, was der eigentliche Zweck dieser Sendung war und waren daher sehr überrascht, als das Frösch- lein nach einigen tiefen Verbeugungen also begann: „Hoher Herr und König der Reiherinsel! Ihr wißt bereits, daß mein erlauchter Herr und Gebieter ein leidenschaftlicher Jäger ist; bei einem seiner häufigen Ausflüge an die Grenzen Eures Staates war es ihm nun vergönnt, Eure holdselige Tochter in nächster Nähe zu sehen und zu bewundern. Die königliche Prinzessin wiegte sich nämlich auf einer frisch aufgeblühten Seerose und bemerkte meinen Herren, den königlichen Jäger nicht, der unfern im dichten Schilfrohr feinem Jagdvergnügen nachhing." Das Fröschlein hatte diese Worte so rasch hervorgebracht, daß ihm beinahe der Athem ausging und er einigemale Luft schnappen mußte, um seine Ansprache fortsetzen zu können. Er riß hiebet seinen breiten Mund so gewaltig aus und stierte mit seinen großen glänzenden Augen so ausdrucksvoll die Prinzessin an, daß diese vor Schreck beinahe über den Stuhl gefallen märe, wenn sie der König nicht noch rechtzeitig am Arme ergriffen hätte. — Von diesem Augenblick an hatte Libella einen unüberwindlichen Abscheu vor bent Gesandten des Storchenreiches. Dieser selbst war in sichtlicher Verlegenheit und konnte erst auf eine freundliche Aufforderung des Reiherfürsten in seiner Rede fortfahren. „Der Eindruck, den die holdselige Erscheinung der Prinzeß Libella auf meinen gnädigen Herrscher machte," fuhr der Gesandte endlich fort, „war ein überwältigender, und so kam es.
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