daß ich mit der ehrenvollen Sendung beauftragt wurde, im Namen Sr. Majestät des Storchenkönigs, um die Hand von Dero Tochter und Prinzessin hiemit anzuhalten." Als der Gesandte die Ueberraschung auf denr Gesichte des Königs und die Bestürzung in den Mienen der Prinzessin las, beeilte er sich, hinzuzufügen: „Eure Majestät mögen selbst beurtheilen, wie wünschenswerth eine solche Verbindung im Interesse der beiden Nachbarstaaten wäre und wie kräftig der Widerstand sich gestalten würde, den beide Mächte vereint den zahllosen größeren Feinden entgegensetzen könnten!"
König Reiher erwiderte nach kurzer Pause, er wisse den ehrenvollen Antrag wohl zu schätzen und die Prinzeß theile gewiß diese seine Ansicht, die Sache sei aber zu überraschend und unerwartet gekommen, als daß nicht erst eine reifliche Ueberlegung erforderlich wäre.
Herr Frosch verneigte sich stumm, er mußte sich mit diesem Bescheid zufrieden geben; im Weggehen warf er noch einen bedeutungsvollen Blick auf die Prinzessin, welcher jedoch von dieser nicht bemerkt wurde. Es fand große Tafel statt zu Ehren des Gesandten des Storchenreiches und außer dem Heupferd und dem Admiral, welche Seitens der Jnsektenwelt an den Hof des Reiherfürsten beordert waren, nahmen noch verschiedene Große des Reiches an dem Mahle Theil.
In dem Fröschlein kämpften die widersprechendsten Gefühle um die Herrschaft. Er wollte einerseits das Vertrauen seines Gebieters rechtfertigen und malte sich in Gedanken bereits die glänzende Zukunft aus, die ihn erwartete, falls er die Heirath seines Königs mit der schönen Prinzessin zu Stande brächte. Andererseits erfaßte ihn Neid und Selbstsucht; seine lächerliche Eitelkeit und sein grenzenloser Hochmuth ließen in ihm die Hoffnung auftauchen, daß er selbst die Hand der Prinzessin für sich erlangen könne. Er wollte dann mit derselben sich auf eine einsame Insel flüchten und ein selbständiges Froschreich gründen. Die ausgesuchtesten Speisen, die prächtigsten Bissen wollten dem Fröschlein nicht schmecken, so sehr war er mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Doch unterließ er es nicht, während der Mahlzeit seine Umgebung zu mustern und einige wohlüberlegte Worte seinen Nachbarn zuzuflüstern. Ihm zur Seite saß General Enterich, der Kommandant der Reiherinsel, ein sehr kühner und erfahrener Krieger, der den ganzen
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