Hofstaat genau kannte; dieser ertheilte dem fremden Gesandten bereitwilligst jede Auskunft. Er erfuhr auf diese Weise, daß die Insekten den Admiral und das Heupferd zum Abschluß eines Bündnisses zwischen ihrem Reiche und dem Staate des Reiherfürsten abgesendet hatten und vernahm mit einiger Unruhe, daß uamentlich der schöne, wohlgestaltete Adnnral sich einer großen Gunst am Hofe zu erfreuen habe. Ihn erfüllte diese Nachricht mit Neid und Eifersucht. — Er war seiner Sache bisher so sicher und jetzt sah er in Gedanken den prächtigen Admiral als Nebenbuhler um die Gunst der reizenden Prinzessin werben. Voll Zorn warf er gehässige Blicke hinüber zu dem so gefährlichen Widersacher und bemerkte nicht, daß General Enterich zu wiederholten Malen ihn erstaunt betrachtete, wenn er dessen Fragen unbeantwortet ließ. Nach aufgehobener Tafel begab sich der ganze Hofstaat ins Freie.
Im Saale unter den hohen Schilf- und Binsenstauden war es unerträglich warnl geworden und Herr Frosch fand erst auf der kühlen Wiese am Rande des weiten Wasserbeckens seine Ruhe und Gelassenheit wieder. Auf Befehl des Reiherkönigs veranstalteten die Enten ein großes Konzert, die Schnacken vereinigten sich zu einem aufregenden Tanze, bildeten alle möglichen Figuren und summten eine leise geheimnißvolle Melodie. Dann wurden verschiedene Spiele ausgeführt. Man sprang um die Wette. Auch der Herr Gesandte konnte sich der Aufforderung, seine Gewandtheit zu zeigen, nicht entziehen. Er überbot fast alle mit seinen weiten Sprüngen, nur das Heupferd that es ihm noch zuvor und nüt Aerger bemerkte er, daß Prinzessin Libella den Sätzen der Heuschrecke großen Beifall zollte. Zum Schlüsse sollten Versuche im Schnellfliegen gemacht werden und da wurde es dem leichtbeschwingten Admiral nicht schwer, einen glänzenden Sieg davonzutragen. Der König und seine Tochter gaben ihrer Bewunderung unverhohlen Ausdruck und der Frosch sah mit gesteigertem Grimme, daß die Prinzessin die Farbe vor Erregung wechselte, als der schöne Falter sich vor ihr beugte, um den Preis für seinen Siegesflug in Empfang zu nehmen. Die Prinzessin reichte dem Admiral ein kleines Vergißmeiunichtsträußchen, und der Sieger steckte dasselbe, nachdem er es geküßt, triumphirend auf seinen Hut. Der Gesandte der Storcheninsel erblaßte vor Zorn und Erregung; jetzt wußte er mit Sicherheit, daß es ihm unmöglich sein würde, die Gunst der Prinzessin zu erlangen.
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