Seht nur, er trägt den Mantel und den Federhut des Getödteten; wie frech er noch sich geberdet und welch grimmigen Stock er in der Hand hält."

Der Anführer der Wache sprach kein Wort, doch ließ er deni Maikäfer Fesieln anlegen und erklärte ihn für seinen Gefangenen.

Ich habe ja nichts verbrochen!" rief das Käferlein einmal über das andere,was wollt ihr von mir; ein Bockkäfer hat meine Kleider genommen und mir die seinen zurückgelassen!"

Die Schaar, die den Käfer umringte, stritt und zankte sich, bald für seine Unschuld, bald für seine Schuld einstehend, und die Wachen, die den Gefangenen weiterschleppten, hatten Mühe, den armen Maikäfer vor Miß­handlung zu schützen.

Da kam zu dessen Glück eine Anzahl Hummeln herbei, die den Bock­käfer mit seinem Söckchen aufgegriffen hatten.

Wir haben hier den Mörder! Er hat noch das Geld bei sich, das er dem Laufkäfer abnahm."

Ja, ja, es war ein Bockkäfer," riefen nun einige aus der Schaar, die den Maikäfer begleitete;wir sahen ihn in Begleitung des Fremden. Der Maikäfer ist unschuldig, laßt ihn los." Nun löste sich das Räthsel. Der bösartige Bockkäfer wollte sich der unscheinbaren Kleider des Maikäferleins bemächtigen und hoffte dadurch, daß der Maikäfer in den schönen Kleidern für den Mörder gehalten würde, der Aufmerksamkeit leichter zu entgehen. Nun wurde der Maikäfer freigelassen und die erzürnte Menge stürzte sich auf den Bockkäfer, der mit Mühe von der Wache geschützt wurde.

Das Maikäferlein eilte so schnell es konnte, um aus der erregten Menge zu entkommen.

Das Käferlein hatte die schönen Kleider abgelegt und war mit Zurück- lassung der eigenen davongeeilt.

Zerschlagen und matt kam er am Abend unter dem Apfelbaum an, wo er bei seinen Verwandten Aufnahme finden sollte. Die Wanderlust war ihm für immer genommen, er war froh, unter den breiten Aesten des gast­lichen Baumes ein Obdach zu finden und summte von Blüthe zu Blüthe, ohne jemals wieder die Lust zu verspüren, auf weite Reisen zu gehen.

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