gewählt und die Bewegungen seines Körpers so anstandsvoll, daß man ihn für einen der Kavaliere des Hofes gehalten haben würde, wenn es nämlich im Bienenreiche wirklich solche gegeben hätte.
Die Augen der Königin hatten wiederholt die schöne Gestalt des Drohnen mit Wohlgefallen bemerkt; zudem hatte er Gelegenheit gefunden, sich der Königin nützlich zu machen. Sie hatte vor Kurzem in einem prächtigen leichten Wagen einen Ausflug unternommen. Vier muthige Laufkäfer waren vor das Gefährt gespannt und die.Königin selbst leitete das Gespann — da scheuten die Laufkäfer vor dem Zirpen einer Grille und schössen mit dem Wagen pfeilschnell dahin (siehe Bild).
Die Königin in ihrer Angst rief verzweifelt um Hilfe. — Wohl sahen viele Waldameisen, die in der Nähe beschäftigt waren, die Gefahr, in der die Bienenkönigin schwebte, doch wagte es keine, sich den rasenden Laufkäfern entgegenzuwerfen. Da stürzte plötzlich Don Apis, der Drohne, aus dem Ge- büsch hervor. Mit unglaublicher Stärke und Kühnheit warf er sich den zwei vordem Käfern entgegen, erfaßte die Zügel und riß, indem er sich eine Strecke Weges mitschleifen ließ, das Gespann zu Boden.
Die Königin war gerettet und warf einen dankbaren Blick auf den Unterthanen, der mit seltner Aufopferung ihr beigestanden hatte und nun blutend am Wege stand. — Der Drohne half der Herrscherin das Gefährt verlassen und es war ihm, als fühle er den warmen Druck einer kleinen Hand, als sich die Zitternde auf ihn stützte, um aus dem Wagen zu kommen.
Als ihm jedoch die Königin nach einiger Zeit ein eigenhändiges Dankschreiben nebst einer werthvollen Federagraffe übersandte, da hatte der stolze Drohne das Geschenk ausgeschlagen und der Herrscherin mit einigen höflichen Worten zurückgesendet.
Seit dieser Zeit hatte die Königin, die sich merklich verletzt fühlte, ihre Gunst dem undankbaren Drohnen entzogen, und einige ihrer weiblichen Minister thaten das Möglichste, um Don Apis noch mehr in den Augen der Herrscherin herabzusetzen.
Don Apis hatte bisher die Damen des Hofstaates keines Blicks gewürdigt. Desto erbitterter waren sie gegen ihn. Sein Reichthum wurde ihm zum Vorwurf gemacht, da er aus unlauterer Quelle stammen sollte.
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Pichler, Märchen.

