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Kaum daß sie das hohe Zimmer betreten hatten, das im ersten Stock­werk des Thurmes lag, hörten sie eilige Schritte auf der Treppe, die aus dem engen Hofraum hieher führte. Ein Besuch war so selten, daß Beide voll Neugier nach der Thüre blickten, in welcher gleich darauf Herr Fuchs, der vielbeschäftigte Rechtsfreund und Vormund der Häschen, erschien.

Doktor Fuchs verbeugte sich tief vor dem Greise (siehe Bild), der in einem der alten Lehnstühle Platz genommen hatte, dann warf er einen freundlichen Blick zu Florinden hinüber, die hinter dem Stuhle des Vaters stand.

Nachdem er seinen Namen und Stand genannt, erlaubte sich Herr Fuchs darauf aufmerksam zu machen, daß kein Rechtsfall, sondern eine Mittheilung, die er zu machen habe, und die von Interesse sein dürfte, ihn einzig und allein hieher geführt habe.

Ich lag," so erzählte das Füchslein, das nun ebenfalls auf einem der Stühle Platz genommen,vor Kurzem im Grase unter einer der Fichten, die ihre Zweige bis über die Einfassungsmauer des Schlosses strecken; da hörte ich einen ängstlichen Aufschrei und gleich darauf rauschte es über mir in den Aesten des Baumes, der mir Schatten bot. - Schnell blickte ich nach oben und gewahrte einen Vogel, der im Schnabel etwas Glänzendes davontrug. Ich brachte das Gesehene mit bent soeben gehörten Angstruf in Ver­bindung und befand mich mit wenigen kühnen Sätzen auf der Mauer, um in das Innere des Schloßhofes sehen zu können, wo die Person sich befinden mußte, die den Schrei ausgestoßen, ich erblickte das Fräulein hier und wußte nun, wem der Ring abhanden gekommen."

Ueberrascht sahen der Greis und seine Tochter zu dem Füchslein hinüber, und freudig wollte Florinde den Doktor unterbrechen, da hob er voll An­stand, jedoch abwehrend, ein Pfötlein und fuhr in feiner Rede fort.Mit dem Gesagten wäre Euch noch wenig gedient, doch bin ich in der Lage, durch meine vielfachen Bekanntschaften hier in der Gegend unterstützt, Euch auch den Namen des Diebes oder vielmehr der Diebin zu nennen, und damit glaube ich, einen wirklichen Dienst dem Fräulein geleistet zu haben. Die Diebin heißt Fräulein Elster, doch nicht allein sie scheint fremdes Eigenthum zu lieben, nur sich damit zu schmücken, ich bemerkte leider auch bei meinen beiden Schutzbefohlenen, den Häs­chen, derlei Geschmeide, das sie von der alten Eule erhalten haben wollen."