Jahr hier gewesen und wußte bereits Bescheid in der Gegend, doch gab es manche Aenderung im Dorfe, auch hatten die Störche schon von den luftigsten Plätzen Besitz ergriffen und gar manche Schwalbenmutter wurde von ihrem Gedächtniß im Stich gelassen. Sie wußte nicht mehr, wo sie vergangenes Jahr eingekehrt war.
Nicht viel besser ging es im Walde her; gar mancher liebe schützende Baum war im verflossenen Winter gefällt worden, und mancher andere, alt und morsch, war den Frühlingsstürmen zum Opfer gefallen. Jetzt lag er da im grünen Waldmoose und unter seinen braunen welken Blättern raschelte die Natter, die sich vorsichtig an die Sonne wagte, um den langen Winterschlaf vollends abzuschütteln. —
Herr und Frau Kuckuk suchten vergebens einen hohen blätterreichen Baum am Rande des Waldes. Frau Kuckuk war ziemlich neugierig und wollte von ihrer Wohnung aus eine weite Aussicht haben. Herr Kuckuk dagegen war sehr scheu, er liebte die Geselligkeit nicht; der Gesang des Wanderers, der unter den Bäumen des Waldes dahinschritt, das Knistern der Aestc unter den Tritten des gejagten Wildes, das frohe Gezwitscher der anderen Wald- und Singvögel waren ihm zuwider; — er suchte gerne das einsamste Dickicht auf, um ungestört zu bleiben, doch mußte er hierin der lieben Gattin nachgeben.
Nach langem Hin- und Herreden entschloß man sich, eine dichtbelaubte Eiche über einem Felsvorsprung zu beziehen. Tief unten rauschte das Wasser und in ziemlicher Entfernung, jenseits des Wildbaches, führte ein Steg durch die einsame Landschaft.
Einige Zeit schon hatte das Paar von dem trauten Plätzchen Besitz ergriffen; der Herr machte seine Ausflüge in die Umgebung und Frau Kuckuk suchte nach Moosfasern, Aestchen und Wurzeln, um ein niedliches Nestchen zwischen den Gabeln der Zweige zurechtzumachen. Herr Kuckuk bemerkte wohl etwas von den Vorrichtungen, doch lächelte er nur verstohlen in sich hinein. Frau Kuckuk hatte noch jedes Jahr solche Anstrengungen gemacht, doch kam es nie weiter als zum Nestbau. — Die Eilein blieben aus und der Herr Kuckuk hatte längst aus liebe Junge im Neste verzichtet.
Jetzt wäre ihm so etwas schon recht lästig gefallen; er war seine Ausflüge, das sorgenlose Herumstreichen gewöhnt. Mit Schaudern sah er, wie
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