Die Frauen und Kinder schrien laut auf und dre Männer warfen sich in wildem Knäuel den zitternden Thieren entgegen. Die Stimmen der Führer gingen in dem Sturm der Elemente verloren. Windstoß auf Windstoß erfolgte, einzelne Felsblöcke rollten, von der höheren Felswand abgelöst, über die Straße und vermehrten die Unordnung und den panischen Schrecken, die plötzlich im Zuge Platz gegriffen hatten.
Da entstand ein Krachen und Zischen über den Köpfen der Reisenden; die hohe und breite Schneedecke, welche hier über der Straße hing, hatte sich von ihrer Unterlage getrennt und stürzte nun. Alles vernichtend, unaufhaltsam auf die Karawane herab. Ein schweres Felsstück hatte Ruodi getroffen und leblos führte ihn die Schneemasse mit, welche über die Straße sich fort- schiebend, hinab in die finstere Schlucht stürzte.
Im Thal unten hatte man Kunde erlangt von dem furchtbaren Geschick, das die Reisenden betroffen; als aber das Ungewitter ausgetobt, blieb alle Mühe, die Leichen der Verschütteten an's Tageslicht zu fördern, ohne Erfolg.
Martha verfiel aus Angst und Schrecken in eine schwere Krankheit. Nach Wochen erst gelang es, Ruodi's Leiche aufzufinden. Neben ihm im tiefen Schnee lag das Kästchen • mit der kostbaren Korallenschnur, die ihm das Leben gekostet hatte.
Die Rache der Eisjungfrau war gekühlt; man sah sie seitdem nicht wieder am Eingang der Eishöhle, und der Uebergang über den Berg war von dieser Zeit an mit keiner Gefahr mehr verbunden.

