braune, verwitterte Gesicht war unter der Haube förmlich vergraben, nur die ungewöhnlich lange Nase sah drohend hervor und glich anf's Haar dem Schnabel eines Raubvogels. Wenn die kleine gekrümmte Gestalt, auf einen derben Stock gestützt, im Abenddunkel daherkam, so liefen die kleinen Jungen und Mädchen des Dorfes schreiend auseinander, und es war kein Wunder, wennFrau Trude" von allen mit einer gewissen abergläubischen Scheu be­trachtet wurde. Nur der Jägertoni kannte die Alte bester. Für ihn war von Furcht in der Nähe der alten Muhme keine Rede. Er sah nur die freundlichen ausdrucksvollen Augen, die voll Fürsorge und Liebe sich ihm zu­wandten und vergast darüber das Hästliche in Gesicht und Gestalt, was den Andern Schrecken einjagte.

Hatte ja doch die alte Frau für ihn, die verlassene Waise, gesorgt, als er noch Kind war. Später war die Muhme es gewesen, welche ihn in die ferne Stadt geschickt, um ihm daselbst gehörigen Unterricht ertheilen zu lassen; er wurde zum tüchtigen Waidmann ausgebildet, der dann auf einige Jahre in die Fremde ging, um seinen in der Schule erworbenen Kenntnissen durch Uebung die nöthige Reife zu verleihen.

Seit Jahresfrist war er als Förster in dem kleinen Gebirgsort angestellt; Toni wäre glücklich gewesen, wenn nur der alte Müller sich nicht gar so geldstolz erwiesen hätte.

Doch da half keine Vorstellung und kein Bitten. Die Versicherung der eigenen Tochter, daß sie nicht von ihm lassen und lieber gar nicht heirathen wolle, machte keinen Eindruck auf ihn. Wenn sie so sprach, schlug er nur erboßt mit der Faust auf den Tisch und rief erzürnt:Es kann einmal nichts daraus werden."

Es war nun völlig dunkel geworden. Das Licht im Jägerhaus erlosch und durch das enge Gästchen des Dorfes schritt ein Mann, der weder das Brausen des Windes, noch das heftige Schneegestöber beachtete, welches seinen Jagdhut mit der Spielhahnfeder und die dunkle Juppe mit einer dichten, weißen Hülle bedeckte.

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