Am Ende der Dorfstraße angelangt, wandte sich der Jäger, denn er war es, dem Ufer des Sees zu.
Der Schnee knisterte unter den Füßen des Wanderers und die weißen flüchtigen Gestalten, welche der Sturm vorüber trieb, huschten an dem Jäger vorbei über das abschüssige Ufer nach dem glatten Spiegel des See's.
Toni war an das Toben der Elemente gewöhnt; den kühnen Jäger und Bergsteiger, welcher der flüchtigen Gemse auf den steilen Felszinnen zu folgen gewohnt war, der furchtlos das gebrechliche Boot im Sturm über den See führte, konnte auch die heutige frostige Nacht mit ihrem heulenden Winde nicht ängstigen.
Doch war auch er vom Aberglauben der Landleute und Jäger nicht voll- kommen frei; schien es ihm doch jetzt, wo er so einsam durch die öde Landschaft schritt, als ob die dürren Aeste der Erlen am Strand, die den Schnee unwillig abschüttelten, ihm drohend eine nahe Gefahr verkündeten.
Da dämmerte aus der Ferne ein röthliches Licht auf; Toni war dem einsamen Häuschen der Trude nahe gekommen. Sie sollte ihm, wie er meinte, helfen, den Trotz des alten Müllers zu brechen, der sich seinem Glück so beharrlich entgegenstellte.
Jetzt brannte das Licht, das aus der Ferne herüber schimmerte, hell auf, dann plötzlich schien es verlöschen zu wollen. Im selben Augenblick wurden die Zweige eines niedrigen Busches am Wege auseinander geschoben, und eine kleine Gestalt huschte vor den Füßen des Jägers vorbei.
Rasch bog sich Toni herab zu der kleinen Gestalt und erfaßte sie noch am Mantel. Das Männlein blieb trotzig stehen und sah mit zornigen Augen zu dem Jäger empor.
„Wohin, du kleiner Gesell?" rief er das Männchen an, das sich vergeblich bemühte, aus den Falten des weiten Mäntelchens frei zu werden.
„Hinab in den See, wo Undine herrscht, die Königin des weiten Wasser- reichs!"
„Was sagst du da?" rief der Jäger ungläubig, „Du wolltest auf den Grund des Sees gelangen; der trägt ja eine schuhdicke harte Decke, die du nicht wirst durchdringen können!"
Der Kleine erwiderte lachend: „Laß mich nur los und folge mir einige
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