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Zu Hause angekommen, hörte sie den Stiefvater toben und schelten; denn er war eben berauscht aus dem Wirthshause zurückgekehrt; und als er das zerrissene Röckleiu der Christel sah, taumelte er auf sie zu und schlug sie in seiner Trunkenheit mit der Faust gegen den Kopf.
Da sank Christel hin, gleich den verwelkten Röslein draußen; denn der Stiefvater hatte sie auf die Schläfe getroffen. Als sie nun blaß auf dem Boden lag, sprang die Mutter jammernd herbei und auch der harte, jähzornige Mann ward plötzlich nüchtern vor Schrecken. Sie weinten und klagten beide um das gute Kind und legten es ins Kämmerlein auf's Bett, bestreuten es mit allerlei Blumen: Ringelrosen, buntem Mohn und mit grünen Zweigen; aber das Mägdlein war todt.
Da kam die Welle des Büchleins hereingerieselt in die stille Kammer und bespülte Mund und Augen der todten Christel. Sie schlug die gebrochenen Äuglein wieder auf, die kühlen Tropfen floffen in ihre Adern, setzten das stockende Blut von neuem in Bewegung und sprachen: „Das thun wir dir zum Dank des Guten, so du uns erwiesen hast."
Nicht lange darauf kam auch die Luft, küßte Stirn und Wange des blassen Kindes und hauchte ihm frischen Athem in die Brust. Da fieng ihm das Herz an frischer zu schlagen, und es griff nach den bunten Blumen und es freute sich ihrer. Die Luft aber sprach: „Ich bringe dir den Athem zurück, den du verwendet hast zu des kranken Kindes Freude!"
Da lächelte Christel voll Wonne. Nicht lange darauf kam ein Engel hereingeschwebt durch die niedre Thür des Kämmer- leinS, der einen Strauß frischer, duftiger Rosen in der Hand hielt; die legte er an des blassen Kindes Wangen, und die Rosen gaben diesen die Verlorne Röthe wieder und sprachen: „Das
thun wrr dir zum Dank des Guten, so du uns gethan!" Der

