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sagen ist. In einem derselben stand eine Menge von Büchern: Die darfst du alle lesen," sprach das Männchen,nur das eine dort in der Ecke nicht, es wäre dein Unglück." Zuletzt führte es ihn in den Stall. Da standen zwei Pferde, ein Schimmel und ein Rappe.Diese hast du zu füttern;" sprach das Männchen,und das ist deine einzige Arbeit. Den Schimmel darfst du nie reiten; du mußt ihm alle Tage zwei Maß Wein geben, viel gutes Brot, ihn hart striegeln und sauber putzen; denn ich halte große Stücke auf ihn. Der Rappe bekommt Hafer und Heu und Wasser; auf ihm darfst du nach Hause und in den Wald reiten, so viel du willst. Alle Arbeit muß aber bei Tage gethan sein, und du darfst nie mit Licht in den Stall gehn. Thust du das treu und fleißig und befolgst die Rathschläge deiner Mutter nicht, dann hast du es gut und dein Glück ist gemacht."

Der Jüngling versprach es und hielt auch sein Wort. Wenn er mit seiner Arbeit fertig war, las er in den Büchern und lernte viele Dinge, die nicht gerade jeder weiß. Aber es hatte doch eine eigene Bewandtniß mit dem Schloß und es gieng dort nicht mit rechten Dingen zu. Gewöhnlich sah er nur das Männchen; dieses kam jeden Tag und lobte ihn wegen seines Fleißes, und ermun­terte ihn nur so fortzufahren, es werde sein Glück sein. Wenn er aber oft abends im Garten saß und so über allerhand nach­dachte, sah er zwei Gestalten herumwandeln, von denen er nicht recht zu sagen wußte, was sie eigentlich wären. Die eine schien groß wie ein Riese und war doch keiner, die andre schien kleiner und wie ein Weib, aber sie war doch keins. Die fuhren da her­um, erschienen und verschwanden, und er konnte weiter nichts be­merken, als daß die eine immer betrübt und zu weinen schien. Er zerbrach sich oft den Kopf darüber, wurde aber darum kein Haarbreit klüger, als er gewesen war.

Nachdem ein Vierteljahr herum war, bat der Jüngling das

Hermann, Märchenkranz. II. Auflage. 5