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nieder; und während es fromme Lieder sang, verwandelte ich mich in Charpie."
„O Mutter Natur, in jenen Räumen des Elends und der Schmerzen fand ich Tugenden, die ich nie vorher gekannt! Welche Güte, welche liebende Aufopferung! Hier sah ich schöne junge Wesen, die ihr ganzes Leben hingaben, um arme Kranke zn pflegen; sie wachten Tag und Nacht, um deren Leiden zu lindern; ihr einziges Vergnügen war das Gebet, ihr einziger Lohn der Segen der Unglücklichen; und oft fanden sie noch Undank für alle Liebe und Aufopferung, und es traf sie der ungerechte Vorwurf derer, die menschliche Hilfe nicht hatte heilen können.
Wenn ich so die Sanftmuth, die Geduld, die Selbstverläug- nung jener frommen Schwestern beobachtete, glaubte ich mich unter Engel versetzt und fühlte in mir den Wunsch, ihren Tugenden gleich zu kommen. Wie war es mir aber zn Muth, als zarte Finger mich auf die Wunde eines Kranken legten! Da traf auch mich ein Theil des Segens, welcher der milden Hand bestimmt war. — O Natur, wie schön war jener Augenblick! all' meine Prüfungen waren vergessen, und es wurde mir auf einmal klar, daß es doch schöner sei, die wohlthätige Charpie zu sein, als der feine Battist, der durch seine Schönheit glänzt. Dessenungeachtet war ich noch nicht so weit gekommen, da'i kein Stolz mich mehr hätte erreichen können. Da schicktest du mir neue Prüfungen; durch eine neue, strenge Schule mußt' ich gehn, und ich hoffe, nicht ohne Nutzen."
„Nachdem ich im Hospitale Dienste geleistet, würd ich in eine Gosse geworfen; ein Lumpenhändler, selbst in Lumpen gehüllt, fand mich und warf mich unter einen Hausen alter, schmutziger Lumpen. Welche Lage! ich, die einst im Kistchcn von Rosen - holz und in den schönen Händen einer Prinzessin geruht hatte! Es war gewiß eine harte Demüthigung für mich; doch erkannte

