ein Geschenk überreichen." In demselben Augenblick steckte ste dem Prinzen einen kleinen Goldreif an den Finger.Bewahret wohl diesen Ring," fuhr sie fort,denn er ist kostbarer als Dia­manten. Jedesmal, wenn ihr eine schlechte Handlung begeht, wird er euch in die Finger stechen; solltet ihr aber trotz dieser Warnung dennoch in euern üblen Vorsätzen verharren, so werdet ihr meine Freundschaft verlieren, und ich werde eure Feindin werden."

Nach diesen Worten verschwand die Fee und ließ den Prinzen sehr überrascht zurück. Einige Zeit hindurch war er in der That so weise und gerecht, daß der Ring ihn nicht im geringsten inkom- modirte, und es machte ihn so glücklich, daß man ihn nicht anders als König Liebwerth den Glücklichen nannte.

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nützte ihm schön, reich und mächtig sein, wenn er dabei ein schlechtes Herz hätte? Ihr wißt wol so gut als ich, daß er dann nur unglücklich wäre, da nur die Tugend Glück und Zu­friedenheit gewährt."Ihr habt wol recht," sprach die Fee; allein es steht nicht in meiner Macht, den Prinzen rechtschaffen zu machen, wenn er es nicht selbst werden will. Er selbst muß an seiner Tugend fortarbcitcn. Alles was ich euch verspreche, ist, ihm mit meinem Rathe beizustehn, ihn auf seine Fehler aufmerk­sam zu machen und ihn zu bestrafen, wenn er es zu thun unter­läßt oder sich nicht bessern will."

Der gute König war hierüber sehr zufrieden und starb kurze Zeit darauf. Prinz Liebwerth weinte sehr; denn er liebte seinen Vater von ganzem Herzen und hätte seine Königreiche sowie sein Gold und Silber hingegeben, ihm das Leben zu erhalten, wenn solche Dinge im Staude wären, den Gang des Schicksals zu hemmen.

Es war am zweiten Tag nach dem Tode des guten Königs als der Prinz schlafend dalag und die Fee ihm erschien.

Ich habe eurem Vater versprochen," sagte sie,stets eure Freundin zu sein; um mein Wort zu halten, will ich euch hiermit