vor sich hin, sprach dreimal: ..Tischlein decke dich!" aber es deckte sich nicht, und der ehrliche Schneidermeister sprach zu seinem Sohn: „Du dummer Hanns! bist du darum in der Fremde gewesen, deinen alten Vater zu hunzen? laß dich nicht auslachen!" Der lange Schreiner wußte in der Welt keinen Rath, wie es so auf einmal mit dem Tischchen in die Quere gehe. Er probirte noch
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wieder zu. Unterwegs bot ihm das Tischlein, so oft der Bursche die Zauberformel nur sprach, seine reichen Genüsse. Da standen im Nu die feinsten Gerichte, die edelsten Weine darauf, und alle Gefäße waren von Silber, und darunter glänzte das feinste Tisch- gedeck. Natürlich hielt der Geselle sein „Tischlcin decke dich" sehr wert; auf seiner letzten Herberge, eh er heim kam. gab er es noch seinem Wirt aufzuheben. Da er aber vorher nichts im Wirtshaus gezehrt, sondern sich mit dem Tischchen eingeschlossen hatte, so halte der Wirt ihn belauscht durch eine Klinse in der Brcter- thür, und hatte des Tischleins Geheimniß entdeckt. Daher war er über alle Maßen froh, daß er das Tischlein in seine Verwahrung bekam und freute sich über die herrliche Eigenschaft desselben. Er ließ sich's ganz vortrefflich behagen vor der kleinen Tafel, und sann dabei nach, wie er sich aus die beste Weise das Tischlein aneignen möchte. Da fiel ihm bei, daß er ein ganz ähnliches Tischchen, obschon kein „Tischchen decke dich" besitze. Der schlaue Wirt versteckte daher das echte Tischlein und stellte das andre, unechte am andern Morgen dem Gesellen zu, der sich ohne Bedenken damit bclud und nun fröhlich seiner Heimat zueilte. Mit Freude grüßte der lange Schreiner daheim die Seinigen und entdeckte sogleich seinem Vater die köstliche Bewandtniß, die es mit dem Tischchen habe. Der Vater zweifelte stark; der Sohn aber stellte es
allerlei; aber es deckte sich nicht wieder, und der Lange mußte wieder zum Hobel greifen und arbeiten, daß die Schwarte knackte. Unterdessen war der dicke Müller auch aus der Lehre gekom-

