ein Zaun, der ist von Bratwürsten geflochten und von baier'schen Würstlein, die theils auf dem Rost gebraten, theils frisch gesotten sind, je nachdem sie einer so oder so gern ißt. Alle Brunnen sind voll von Malvasier und andern süßenWeinen, auch von Champagner; die rinnen Einem alle nur so in das Maul hinein, wenn er es an die Röhren hält. Wer also gern solche Weine trinkt, der eile, daß er in das Schlaraffenland hineinkomme. Auf den Birken und Weiden wachsen die Semmeln frischgebacken, und unter den Bäu­men fließen Milchbäche; in diese fallen die Semmeln hinein und weichen sich selbst ein für die, so sie gern einbrocken; das ist etwas für Weiber und für Kinder, für Knechte und Mägde!

Die Fische schwimmen in dem Schlaraffcnlande oben auf dem Wasser, sind auch schon gebacken oder gesotten und schwimmen ganz nahe am Gestade; wenn aber Einer gar zu faul ist und ein echter Schlaraff, der darf nur rufen:bst! bst!" so kommen die Fische auch herauf spazirt und hüpfen dem guten Schlaraffen in die Hand, daß er sich nicht zu bücken braucht.

Das könnt ihr glauben, daß die Bögel dort gebraten in der Luft herumfliegen, Gänse und Truthähne, Tauben und Kapaunen, Lerchen und Krametsvögcl; und wem es zu viel Mühe macht, die Hand darnach auszustrecken, dem fliegen sie schnurstracks in's Maul hinein. Die Spanferkel gerathen dort alle Jahre überaus trefflich; sie laufen gebraten umher und jedes trägt cin Trauschirmesser im Rücken, damit, wer da will, sich ein frisches, saftiges Stück abschneiden kann.

Die Käse wachsen im Schlaraffenland wie die Steine, groß und klein; die Steine selbst sind lauter Taubcnkröpfe mit Gefüll­tem, oder auch kleine Fischpastetchen. Im Winter, wenn es reg­net, so regnet es lauter Honig in süßen Tropfen. Da kann Einer lecken und schlecken, daß es eine Lust ist; und wenn es schneit, so schneit es klaren Zucker; und wenn es hagelt, so hagelt es Würfelzucker, untermischt mit Feigen, Rosinen und Mandeln.

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