Auch viel und mancherlei Kurzweil gibt es in dem Schlaraffen- lande. Wer hier zu Land gar kein Glück hat, der hat es dort im Spiel und Lustschießen, wie im Gesellenstechen. Mancher schießt all sein Lebtag nebenaus und weit vom Ziel, dort aber trifft er, und wenn er der allcrwciteste davon wäre, doch das Beste. Auch für die Schlafsäcke und Schlafpelze, die hier von ihrer Faulheit arm werden, daß sie Bankrott machen und betteln gehn müssen, ist jenes Land vortrefflich. Jede Stunde Schlafens bringt dort einen Gulden ein, und Gähnen einen Doppelthaler. Wer im Spiel verliert, dem fällt sein Geld wieder in die Tasche. Die Trinker haben den besten Wein umsonst, und von jedem Trunk und Schluck drei Batzen Lohn, sowol Frauen als Männer. Wer die Leute am besten necken und aufziehn kann, bekommt jeweil einen Gulden. Keiner darf etwas umsonst thun, und wer die größte Lüge macht, der hat allemal eine Krone dafür.
Hier zu Lande lügt so mancher drauf und drein und hat nichts für seine Mühe; dort aber hält man Lügen für die beste Kunst; daher lügen sich in das Land wol allerlei Prokura-, Dok- und andre Toren, Roßtäuscher und die ***r Handwerkslentc, die ihren Kunden stets aufreden und nimmer Wort halten.
Wer dort ein gelehrter Mann sein will, muß auf einen Grobian studirt haben. Solcher Studenten gibt's auch bei uns zu Lande, haben aber keinen Dank und keine Ehren. Auch muß er dabei faul und gefräßig sein, das sind drei schöne Künste. Ich kenne Einen, der kann alle Tage Professor werden.
Wer gern arbeitet, Gutes thut und Böses läßt, dem ist jedermann dort abhold, und er wird des Schlaraffenlandes verwiesen. Aber> wer tölpisch ist, gar nichts kann und doch voll dummen Dünkels, der ist dort als ein Edelmanu angesehn. Wer nichts kann als essen, schlafen, trinken, tanzen undspielen, der wird zum Grafen ernannt. Dem aber, welchen das allgemeine Stimmrccht als den
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