zählen und durfte kein Auge von dem Golde wegwenden. Wenn ein Stein abbröckelte, fuhr er zusammen; denn er dachte, es kä­men Diebe. Das Zählen machte ihn hungrig und durstig, und die Speisen dufteten so lieblich, und der Wein funkelte so hell. Er griff nach einer Schüssel.Halt!" rief der Alte,so haben wir's nicht gemeint! erst ein Goldstück!" Der Bauer langte in die Kiste, war aber nicht im Stande, sich von einem Goldstücke zu trennen; sie funkelten und klangen gar zu schön. Da er eine trockne Brotrinde und trank einen Schluck Wasser und fuhr fort zu zäh­len. Jetzt fieng er an zu frieren und wollte sich einen der war­men Pelze nehmen.Halt!" rief der Alte,so haben wir's nicht gemeint! erst zwei Goldstücke!" Der Bauer aber wäre lieber erfro­ren, als daß er sich von einem Goldstücke getrennt hätte.

So saß er und zählte und hungerte und durstete und fror. Endlich fielen ihm die Augen zu. Als er aufwachte, lehnte er an der Wand, und der Alte saß wieder vor der Kiste und sprachtWas suchst du denn Gold, wenn du es nicht zu schätzen weißt? Fünfzig Jahre lang habe ich auf Erde» gelebt wie du mich jetzt leben siehst; du aber hast das Leben nicht einmal einen Tag ausgehalten, sondern bist über dem Goldzählcn eingeschlafen. Das Goldzählen hat dich nicht satt gemacht; des Goldes feuriger Glanz hat dich nicht er­wärmt; des Goldes lieblicher Klang hat dich nicht wach erhalten; was suchst du in meiner Behausung?"Gold!" sagte Peter, alter Narr! aber nicht um zu darben und zu frieren! Gold will ich haben, um alle Plackereien loö zu werden; aber es soll mein Herz nicht an das Gold gebunden sein; denn ich will mein Leben ge­nießen."Dir kann geholfen werden, Menschenkind!"Und der Alte deutete auf eine Thür. Der Bauer dachte:Aha! jetzt gcht's zum zweiten Narren! Mit dem werd' ich schon ein Geschäftchcn machen!"

Der Bauer drückte auf die Klinke, die Thür gieng auf, und vor ihm lag ein dunkler Gang. Der Alte aber rief:Irrwisch!

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