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Bald wünschten sie des Schulzen Acker, bald des Löwenwirts Geld, bald des Meiers Haus und Hof und Vieh, bald einmal hunderttausend Millionen baiersche Thaler. Eines Abends aber, als sie friedlich am Ofen saßen und Nüsse aufklopften und schon ein tiefes Loch in den Stein geklopft hatten, kam durch die Kammcrthür ein weißes Weiblein herein, nicht mehr als eine Elle lang, aber wunderschön von Angesicht; und die ganze Stube war voll Roscnduft. Das Licht löschte aus, aber ein Schimmer wie Morgenroth, wenn die Sonne nicht mehr fern ist, strafte von dem Fräulein aus und überzog alle Wände. Über so etwas kann man nun doch ein wenig erschrecken, so schön es auch aussehn mag. Aber unser junges Ehepaar erholte sich doch bald wieder, als das Weiblein mit wnndersüßer silbcrreiner Stimme sprach: „Ich bin eure Freundin, die Bergfec, Anna Fritze, die im kri- stallnen Schloß mitten in den Bergen wohnt, mit unsichtbarer Hand Gold in den Rheinsand streut und über siebenhundert dienstbare Geister gebietet. Drei Wünsche dürft ihr thun; drei Wünsche sollen euch erfüllt werden." Die Frau aber war schon im Begriff, den Mund zu öffnen und etwas von ein paar Dutzend goldgestickten Hauben, seidnen Halstüchern und dergleichen zur Sprache zu bringen, als die Bergfee mit aufgehobnem Zeigefinger warnte: „acht Tage lang," sagte sie, „habt ihr Zeit. Bedenkt euch wohl," übereilt euch nicht!" „Das ist kein Fehler dachte der Mann und legte seiner Frau die Hand auf den Mund. Das Bergfräulein aber verschwand. Die Lampe brannte wie vorher, und statt des Rosenduftes zog wieder, wie eine Wolke, der Oel- dampf durch die Stube.
So glücklich nun unsre guten Leute in der Hoffnung schon im voraus waren und keinen Stern mehr am Himmel sahn, sondern lauter Baßgeigen, so waren sie doch jetzt recht übel daran, weil sie vor lauter Wunsch nicht wußten, was sie wünschen

