Von Olim's Zeiten her, eh noch Japhets Nachkömmlinge so weit nordwärts gedrungen waren, daß sie diese Gegenden Wirt­bar machten, toste Rübezahl schon in dem wilden Gebirge, hetzte Bären und Auerochsen an einander, daß sie zusammen kämpften, oder scheuchte mit grausendem Getöse das scheue Wild vor sich her und stürzte es von den steilen Felsenklippen hinab ins tiefe Thal. Dieser Jagden müde, zog er wieder seine Ehrichsstraße in den Regionen der Unterwelt, und weilte da Jahrhunderte, bis ihn von neuem die Lust anwandelte, sich an die Sonne zu legen und des Anblicks der äußern Schöpfung zu genießen. Wie nahm's ihn Wunder, als er einst bei seiner Rückkehr von dem beschneiten Gipfel des Riesengebirgs umherschauend die Gegend ganz ver­ändert fand. Die düstern und undurchdringlichen Wälder waren ausgehanen und in fruchtbares Ackerfeld verwandelt, wo reiche Ärnten reiften. Zwischen den Pflanzungen blühender Obstbäume ragten die Strohdächer geselliger Dörfer hervor, aus deren Schlot friedlicher Hausrauch in die Luft wirbelte; hier und da stand eine einsame Warte auf dem Abhang eines Berges zu Schutz und Schirm des Landes; in den blumenreichen Auen weideten Schafe und Hornvieh, und aus den lichten Hainen tönten me­lodische Schalmeien.

Die Neuheit der Sache und die Annehmlichkeit des ersten Anblicks ergötzten den verwunderten Territorialherrn so sehr, daß er über die eigenmächtigen Pflanzer, die ohne seine Vergünsti­gung hier wirtschafteten, nicht unwillig ward, noch in ihrem Thun und Wesen sie zu stören begehrte, sondern sie so ruhig im Be­sitz ihres angemaßten Eigenthums ließ, wie ein gutmüthiger Haus­vater der geselligen Schwalbe oder selbst dem überlästigen Spa­tzen unter seinem Obdach Aufenthalt gestattet. Er nahm die Ge­stalt eines rüstigen Ackerknechtes an und verdingte sich beim er­sten besten Landwirt in Arbeit. Alles, was er unternahm, gedieh

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