der Laube stiegen. Die besorgte Mutter vergaß ihre Vorsicht, und lehnte sich, erschrocken mit dem Kopfe hinaus, um ihnen nachzu- sehn; da erhob aus der Luft Zerine den Finger und drohte lä­chelnd, ließ sich mit dem Kinde wieder nieder, herzte es und war verschwunden. Es geschah nachher noch öfter, daß Marie von dem wunderbaren Kinde gesehn wurde, welches jedesmal mit dem Kopfe schüttelte und freundlich drohte.

Oftmals schon hatte bei vorgefallnem Streite Marie im Eifer zu ihrem Mann gesagt:Du thust den armen Leuten in der Hütte Unrecht! Wenn Andres dann in sie drang, ihm zu er­klären, warum sie der Meinung aller Leute im Dorfe, ja der Herrschaft selber entgegen sei und es besser wissen wolle, so brach sie ab und schwieg verlegen. Heftiger als je ward Andres eines Tags nach Tische und behauptete, das Gesinde! müsse als landes- verderblich durchaus fortgeschafft werden. Da rief sie in Unwil­len aus:Schweig! denn sie sind deine und unser aller Wohl­thäter!"Wohlthäter?" fragte Andres erstaunt,die Landstreicher?" In ihrem Zorn ließ sie sich verleiten, ihm unter dem Siegel der tiefsten Verschwiegenheit die Geschichten ihrer Jugend zu erzählen, und da er bei jedem ihrer Worte ungläubiger wurde und verhöh­nend den Kopf schüttelte, nahm sie ihn bei der Hand und führte ihn in das Gebäude, wo er zu seinem Erstaunen die leuchtende Elfe mit seinem Kinde in der Laube spielen und es liebkosen sah. Er wußte kein Wort zu sagen; ein Ausruf der Verwunderung entfuhr ihm, und Zerine erhob den Blick. Sie wurde plötzlich bleich und zitterte; nicht freundlich, sondern mit zorniger Miene machte sie eine drohende Geberde und sagte dann zu Elfrieden: Du kannst nichts dafür, geliebtes Herz! aber sie werden niemals klug, so verständig sie sich auch dünken." Sie umarmte die Kleine und flog dann als Taube über den Garten hinweg, den Tan« uenbäumen zu.