„Und mit einer Ungeduld, welche mich stutzig macht/' fuhr Jener fort. „Du hast Dich um ihn bemüht, wie noch um keinen Anderen. Lucie, Du wirst doch nicht im Ernst von Leidenschaft für ihn erfaßt sein? — Du weißt, wie wir stehen!"
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gebung, wobei sie die Liebkosungen ihres Nachbars ziemlich gleichgültig hinnahm und von Zeit zu Zeit flüchtig erwiederte.
In einer Ecke des Gemachs stand eine Art Schanktisch, wo eine ältliche Frau von ziemlich stattlichem Aus- sehn, deren Gesicht Spuren einstiger Schönheit trug, fleißig die ihr gebrachten Kannen lind Krüge aus einem dort liegenden mächtigen Fasse füllte.
Die Lust der Bersammlung wurde immer toller und wilder, immer größer die Ungebundenheit.
„Was bist Du so ernst, Lucie?" fragte der Nachbar des schönen Weibes. „Heut vor einem Jahre wurdest Du, die schöne Engländerin, zu unserer Fürstin erwählt und wir feiern der Erinnerung dieses Fest; Du aber scheinst keinen Theil daran zu nehmen."
„Wohl ist es ein Jahr, baß ich mit der Blutbande Gemeinschaft machte, aber erst jetzt kann ich mein Werk recht beginnen," entgegnete Lucie. „Den Jahrestag meines Herrscherthums will ich noch anders feiern. — Bewegt sich Großes in mir, kann ich nicht einstimmen in die allgemeine Lustigkeit."
„Ha," lachte der Mann, „was wird es Größeres sein, als Du schon oft gethan. — Du erwartest'den Narren Samt Etiennc."
„Denselben," antwortete Lucie.
„Pierre le Noir sollte es auch nicht vergessen, wie er zu mir steht, denn, daß er Hauptmann dieses Volkes ist, war mein Werk," erwiederte die Engländerin scharf. „Ich

