stand bestürzt und schaute die Erscheinung mit starrem Auge an.
Aurelie schien zu Stein erstarrt. Sie war regungslos, wie ohne Leben, kalter Schweiß perlte von ihrer hohen Stirn und unverwandt hing ihr gläserner Blick auf dem Todtenantlitz der Gestalt. Sie schien selbst eine Leiche.
Die Gestalt des Chevaliers blieb unbeweglich auf ihrem Platze stehen.
„Wer ruft mich?" fragte eine tonlose, dumpfe Stimme. „Dein Bruder," entgegnete die Zauberin.
„Und was verlangt er?" fragte es wieder.
„Meine Herren," wendete sich die Voisin an die
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Wimmern ließ sich hören. Da dröhnte wieder ein Donnerschlag, die Kerzen verlöschten und vor dem Altar schlug eine mächtige, blaue Flamme empor.
Der Mönch war am Altar niedergesunken, aber die Zauberin stand hochausgerichtct und schwang in wilder Bewegung das Kreuz um sich; der Kopfputz war ihr entfallen und wirr flogen die langen Haare um das jetzt todtcnbleiche Gesicht, aus welchem die dunklen Augen gespenstig glühten.
Rougemont und Lecoq waren überrascht, erschüttert und bestürzt, Aurclia lehnte sich halb bewußtlos aus Karls Arm.
Weißlicher Dampf hatte den Hintergrund des Gemachs gefüllt; jetzt theilte er sich und aus ihm hervor trat eine Gestalt, gehüllt in ein weißes Tuch; das Gesicht der Erscheinung war leichenfahl, die Augen geschlossen, der Mund etwas geöffnet; um den entblößten Hals lief ein blutiger Streifen, aus welchem rothe Tropfen auf das Gewand herabfielen.
Rougemont zitterte am ganzen Körper; er erkannte das Gesicht seines verschwundenen Bruders. Auch Lecoq

