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der mit irgend einem Mädchen davongelaufen sein wird; er hatte ja eine vornehme Dame zur Geliebten, deren Verwandte aber von einem armen Möbeltischler nichts wissen wollten."
„Es kann möglich sein. Doch mir wäre es lieber, Du nähmst jenes Dir zur Warnung und bliebst bei mir. Warum schicken jene Leute nicht bei Tage zu Dir?"
„Habe ich es Dir nicht gesagt, wie es sich verhält!" rief Louis ungeduldig. „Geheimnisse wollen nicht bekannt gemacht sein.—Und übrigens unternehme ich ja den Gang nur wegen Dir, denn er wird mir reichen Gewinn abwerfen und mich in Stand setzen, desto eher meine Goldschmiedwerkstatt einzurichten; dann kann ich Dich auch eher heimführen."
Jeanette rasch umarmend, preßte Louis einen Kuß auf die frischen Lippen, riß sich dann los und schritt die Straße hinab.
„Gute Nacht," rief er noch zurück, „morgen sehen wir uns wieder!"
Einen Augenblick blieb Jeanette stehen, dann von einem Gedanken erfaßt, schlug sie ihr Tuch fester um sich und eilte flüchtigen Fußes, entschlossen, aber vorsichtig dem davon schreitenden Geliebten nach.
Louis Weg führte durch mehrere Straßen und näherte sich immer mehr den verrufenen Stadttheilen, bis er die Kapelle Saint Eloi erreicht hatte. Hier angekommen, schritt er zu der Thüre und setzte sich aus die Stufen nieder, wobei er nicht bemerkte, daß sich eine Gestalt in seiner Nähe hinter einem Pfeiler verbarg.
Es verging fast eine Stunde, die dem Wartenden — einem lebhaften Mann — tödtlich langweilig wurde. „Sollte man mich gefopvt haben," murrte er endlich

